Hier finden Sie einige Informationen rund um die ReNaGe-Studie.
Die medizinische Rehabilitation ist für Menschen mit chronischen Erkrankungen (z. B. Diabetes, Erkrankungen des Bewegungsapparats, Herz-Kreislauf-Erkrankungen) eine wichtige und effektive Behandlungsform. In der Rehabilitation lernen Patientinnen und Patienten einen besseren Umgang mit der eigenen Erkrankung und den damit verbundenen Einschränkungen. Änderungen im Lebensstil – z. B. was Bewegung und körperliche Aktivität, Rauchen oder Ernährung angeht – werden gezielt in den Blick genommen.
Um die in der Rehabilitation erzielten Therapieerfolge im Alltag fortführen und stabilisieren zu können, ist die Reha-Nachsorge sehr wichtig. Deshalb erhalten viele Reha-Patientinnen und -Patienten gezielte Empfehlungen aus ihrer Reha-Einrichtung.
Hausärztinnen und Hausärzte kennen ihre Patientinnen und Patienten in der Regel gut und seit vielen Jahren. Diese besondere Beziehung bietet deshalb ein großes Potenzial, um bei der Reha-Nachsorge zu unterstützen und zu motivieren – wenn es zum Beispiel darum geht, die Empfehlungen aus der Reha-Einrichtung umzusetzen.
In der Versorgungsforschung ist belegt, dass Patientinnen und Patienten ihre Hausärztinnen und -ärzte als wichtige Anlaufstelle beim Thema Rehabilitation sehen und sich hausärztliche Unterstützung in der Nachsorge wünschen.
Mit der ReNaGe-Studie (Reha-Nachsorge-Gespräch) möchten wir untersuchen, wie Hausärztinnen und Hausärzte ihre Patientinnen und Patienten gezielt dabei unterstützen können, die positiven Ergebnisse der Reha zu verstetigen.
An der ReNaGe-Studie nehmen Patientinnen und Patienten aus sechs medizinischen Reha-Einrichtungen in Bayern teil.
Ein Teil dieser Patienten erhält die Einladung, bei ihrer Hausärztin / ihrem Hausarzt einige Wochen nach Reha-Ende ein Reha-Nachsorge-Gespräch in Anspruch zu nehmen. Im Gespräch sollen die Nachsorgeempfehlungen der Reha-Einrichtung (z. B. Reha-Sport, Anpassung der Medikation, Lebensstil …) besprochen, mögliche Schwierigkeiten und Hindernisse thematisiert und Unterstützungsbedarf geklärt werden.
Der andere Teil der Patienten erhält die Empfehlungen aus der Reha-Einrichtung, aber keine Einladung zu einem Reha-Nachsorgegespräch.
Auf diese Weise können wir untersuchen, ob das Reha-Nachsorge-Gespräch im Vergleich zum üblichen Vorgehen (Empfehlungen der Reha-Einrichtung) dazu beiträgt, die Nutzung von Reha-Nachsorge zu fördern.
Die teilnehmenden Kliniken bzw. deren Patienten werden dafür per Zufall auf die Gruppen „Nachsorgegespräch“ (Intervention) und „kein Nachsorgegespräch“ (Kontrolle) aufgeteilt (clusterrandomisierte, kontrollierte Studie).
Teilnehmende Patientinnen und Patienten werden zu mehreren Zeitpunkten mit Fragebögen zu ihren Reha-Erfahrungen, zum Thema Reha-Nachsorge und zu ihrer Gesundheit befragt.
Auch die mitwirkenden Hausärztinnen und Hausärzte werden über einen Online-Fragebogen zur Durchführung und zur Bewertung der Reha-Nachsorgegespräche befragt. Sie können das Gespräch speziell abrechnen, es wird im Rahmen der Studie vergütet.
Die Studie wird von der Deutschen Rentenversicherung Nordbayern gefördert.
Projektlaufzeit: 01.12.2024 bis 31.11.2027
Die Studie wird am Universitätsklinikum Würzburg, Arbeitsgruppe Rehabilitationswissenschaften im Zentrum für Psychische Gesundheit durchgeführt.
Beteiligte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter:
- Dr. Jennifer Seeger
- Dipl.-Psych. Roland Küffner
- PD Dr. Matthias Lukasczik (Projektleitung)
- PD Dr. Karin Meng (federführende Projektleitung; Leitung der Arbeitsgruppe)
Registrierung der Studie im Deutschen Register Klinischer Studien (DRKS) unter DRKS-ID DRKS00038353.
Bei Fragen zum Projekt können Sie gern Kontakt mit uns aufnehmen:
- Dr. Jennifer Seeger
- Dipl.-Psych. Roland Küffner
- PD Dr. Matthias Lukasczik
Sie erreichen uns unter kontakt@renage.de.